Zehn kleine…
Konstantin Klein am Freitag, 27. Juli 2007, 0:26
…ups! Es sind ja keine dunkelhäutigen Radfahrer, die nach und nach aus ihren Teams, den (seltsamerweise immer noch stattfindenden) Live-Übertragungen von der Tour de France und wenig später aus den Schlagzeilen und schließlich unserem Gedächtnis verschwinden. Und nur zehn sind es vermutlich auch nicht. Es sind Berufsradfahrer mit starken Schenkeln, mit starkem Glauben an die Pharmazie und ihr Glück, nicht erwischt zu werden, und mit offensichtlich schwachen Hirnen, weil sie an dieses Glück auch noch glauben, wenn links und rechts die Einschläge der Dopingkontrollen immer näher kommen.
H. sagt, ich solle doch mal was über die Tour de France schreiben. Ich frage, warum ich, ausgerechnet ich über Sport schreiben solle. Und H. sagt, mit Sport habe das doch sowieso nichts mehr zu tun. Recht hat sie.
Die Verhaltensweise kennen wir schließlich auch aus anderen Ecken. Parteischatzmeister leugnen unsaubere Parteispenden bis zuletzt, populäre (ost-)deutsche Politiker leugnen bis heute ihre nebenberufliche Tätigkeit für die Staatssicherheit, US-Präsidenten (oder wenigstens einer) leugnen, dass es ohne den Irak-Krieg keine nennenswerte al-Qaeda-Aktivitäten im Irak gegeben hätte. Und der zusehenden Öffentlichkeit ist die Nähe von “leugnen” und “lügen” nur zu klar.
Jetzt also die Radfahrer, früher auch schon mal die Leichtathleten, die Skifahrer, die Schwimmer. Sie alle meinen, man sähe sie nicht, nur weil sie selbst die Augen ganz fest zugekniffen haben. Und sie kommen erstaunlich weit damit – wenn auch in diesem Jahr überraschenderweise nicht mehr auf die Champs Elysees.
Man darf gespannt sein, wie unbekannt der letztendliche Sieger der diesjährigen Tour de France gewesen sein muss, dass ihn niemand der Versorgung mit Dope für würdig erachtet hatte.
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