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	<title>Liquidpress &#187; Netzleben</title>
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		<title>In Mitte die Schweiz</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Apr 2008 23:18:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heike Julia Klein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Netzleben]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt Freunde, die man vorzugsweise nachmittags trifft. Im Café. Das hat Vorteile, unter anderem den, dass man sich immer wieder ein neues Café aussuchen kann, vorausgesetzt, man lebt in einer gro&#223;en Stadt. Mit der Wahl neuer Orte begegnet man auf elegante Weise der Gefahr, man k&#246;nnte sich nichts mehr zu sagen haben. Man kann [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt Freunde, die man vorzugsweise nachmittags trifft. Im Café. Das hat Vorteile, unter anderem den, dass man sich immer wieder ein neues Café aussuchen kann, vorausgesetzt, man lebt in einer gro&#223;en Stadt. Mit der Wahl neuer Orte begegnet man auf elegante Weise der Gefahr, man k&#246;nnte sich nichts mehr zu sagen haben. Man kann dann auch erst mal eine ganze Weile &#252;ber den Ort und seine Eigenschaften reden.</p>
<p>Der alte Freund sprach diesmal von einem Terrassencafé am Weinbergsweg. Das allein klang verlockend nach S&#252;den, Sonne und Leichtigkeit. Warum ich es bisher &#252;bersehen hatte, das Terrassencafé, wurde mir schnell klar, als ich mich entschlossen n&#228;herte. Das Vordach &#252;ber der Terrasse hat einen sozialistischen Restschwung auf zierlichen Stelzen.  Die immer wieder beeindruckend k&#252;hle, seltsam unvollendete Eleganz aus den besten Jahren jenes verlorenen Paradieses l&#228;sst einen kurz erschauern. Dann jedoch entdeckt man eine Reihe von Liegest&#252;hlen in freundlichen Farben, in denen relativ un&#252;berheblich gelassene Menschen liegen, eingeh&#252;llt in graue Decken. Ja. Es sind Schweizer Armeedecken. Da ist das wei&#223;e Kreuz auf rotem Grund. Man braucht das nur zu sehen und schon atmet man in eine solide Beruhigung hinein, in etwas von Bestand und Erde, und es wird verl&#228;sslich warm unter dem Betondach sozialistischer Pr&#228;gung.</p>
<p>Dass solche Bodenst&#228;ndigkeit eine im Schweizer Dialekt gehaltene Speisekarte und sehr solide Preise hat, nimmt man doch l&#228;chelnd in Kauf. Schlie&#223;lich isst man in Mitte.</p>
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