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	<title>Liquidpress &#187; Ach, wirklich?</title>
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	<description>Netz im Fluss</description>
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		<title>Mutti</title>
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		<pubDate>Sun, 23 Nov 2008 23:02:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heike Julia Klein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ach, wirklich?]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Was meinst Du, wollnwa hier?&#8221;
&#8220;Na ja.&#8221;
&#8220;Willste in die Sonne oder in den Schatten?&#8221;
&#8220;Hier ist doch &#252;berhaupt keine Sonne.&#8221;
&#8220;Doch, gucke, da hinten ist doch Sonne, Mutti.&#8221;
&#8220;Da ist auch nur Schatten.&#8221;
&#8220;Komm, wir gehen da hinten hin.&#8221;
&#8220;Na ja.&#8221;
&#8220;Willste hier hin oder in die Sonne?&#8221;
&#8220;Die ist doch gleich weg.&#8221;
&#8220;Willste ein Kissen, Mutti?&#8221;
&#8220;Ach was, Kissen.&#8221;
&#8220;Kein Kissen, Mutti?&#8221;
&#8220;Ich brauch nie ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Was meinst Du, wollnwa hier?&#8221;</p>
<p>&#8220;Na ja.&#8221;</p>
<p>&#8220;Willste in die Sonne oder in den Schatten?&#8221;</p>
<p>&#8220;Hier ist doch &#252;berhaupt keine Sonne.&#8221;</p>
<p>&#8220;Doch, gucke, da hinten ist doch Sonne, Mutti.&#8221;</p>
<p>&#8220;Da ist auch nur Schatten.&#8221;</p>
<p>&#8220;Komm, wir gehen da hinten hin.&#8221;</p>
<p>&#8220;Na ja.&#8221;</p>
<p>&#8220;Willste hier hin oder in die Sonne?&#8221;</p>
<p>&#8220;Die ist doch gleich weg.&#8221;</p>
<p>&#8220;Willste ein Kissen, Mutti?&#8221;</p>
<p>&#8220;Ach was, Kissen.&#8221;</p>
<p>&#8220;Kein Kissen, Mutti?&#8221;</p>
<p>&#8220;Ich brauch nie ein Kissen.&#8221;</p>
<p>&#8220;Was willste trinken, Mutti, Kaffe oder Wasser oder ein Glas Wein?&#8221;</p>
<p>&#8220;Ich wei&#223; nicht.&#8221;</p>
<p>&#8220;Einen Kaffee, Mutti?&#8221;</p>
<p>&#8220;Ach was, der schmeckt nicht.&#8221;</p>
<p>&#8220;Also Wasser oder Wein?&#8221;</p>
<p>&#8220;Ein Glas Wasser nehm ich.&#8221;</p>
<p>&#8220;Und ein St&#252;ck Kuchen, Mutti?&#8221;</p>
<p>&#8220;Wieso denn Kuchen, wir haben doch eben Kuchen gekauft.&#8221;</p>
<p>&#8220;Aber den k&#246;nnen wir doch hier nicht essen, Mutti.&#8221;</p>
<p>&#8220;Den essen wir.&#8221;</p>
<p>&#8220;Zu meinem Bier passt der sowieso nicht.&#8221;</p>
<p>&#8220;Zum Bier passt ja auch kein Kuchen.&#8221;</p>
<p>&#8220;Und Mutti, ist es sch&#246;n hier in der Sonne?&#8221;</p>
<p>&#8220;Gleich ist die weg. Aber sch&#246;n ist sie.&#8221;</p>
<p>&#8220;Mutti, Bulgarien war toll.&#8221;</p>
<p>&#8220;Kann ich mir vorstellen. Und mit dem Bus ist es auch bequem.&#8221;</p>
<p>&#8220;Mutti, Karin fand es auch gut, vor allem das Hotel auf der R&#252;ckfahrt. Da war das Bad gr&#246;&#223;er als zu Hause.&#8221;</p>
<p>&#8220;Ist ja im Hotel immer so.&#8221;</p>
<p>&#8220;Na, aber Karin hat ein gro&#223;es Bad zu Hause, kein Fenster, aber gro&#223;, alles saniert, Fliesen wie Marmor. Ist zwar kein echter Marmor, sieht aber schick aus. Die Dusche auch.&#8221;</p>
<p>&#8220;Hat sie keine Wanne?&#8221;.</p>
<p>&#8220;Nein, aber einen Duschtempel.&#8221;</p>
<p>&#8220;Was f&#252;rn Dempl?&#8221;</p>
<p>&#8220;Tempel, einen Duschtempel hat Karin.&#8221;</p>
<p>&#8220;Aha. Aber ohne Wanne ist immer schlecht&#8221;.</p>
<p>&#8220;Und am Abend haben die dann Hammel gegrillt, Riesenhammel sag ich Dir.&#8221;</p>
<p>&#8220;Ja, satt werden muss man, solche Reisen strengen ja auch an.&#8221;</p>
<p>&#8220;Genau. Aber die Verpflegung war astrein Mutti, da kann man nicht meckern.&#8221;</p>
<p>&#8220;Das muss auch.&#8221;</p>
<p>&#8220;Die Matratzen waren weich, und Karin hatte ja was am R&#252;cken.&#8221;</p>
<p>&#8220;Da sind die weichen besser.&#8221;</p>
<p>&#8220;Nein, Mutti, bei R&#252;ckenschmerzen sind die harten besser, Du solltest auch eine harte haben.&#8221;</p>
<p>&#8220;Ich habe nie R&#252;ckenschmerzen.&#8221;</p>
<p>&#8220;Aber wei&#223;t Du, Mutti, Karin hat ja viel Sinn f&#252;r die Einrichtung, das liegt ihr, und jetzt hat sie so einen gr&#252;nen..&#8221;</p>
<p>&#8220;Das kommt von den Schuhen, die sind zu hoch, und das den ganzen Tag, davon kommt das.&#8221;</p>
<p>&#8220;So einen gr&#252;nen Frosch aus Glas, aber nicht wie Spielzeug, wei&#223;t Du, eher so wie Kunst, so geschwungen, den hat sie auf die Ablage gestellt, man kann da auch Kunstblumen reintun, aber das macht sie nicht, sie hat ja Geschmack, das muss man ihr wirklich lassen, also Geschmack hat sie. Durch das gr&#252;ne Glas scheint dann so das Licht,, und das sieht gut aus, &#252;berhaupt hat sie..&#8221;</p>
<p>&#8220;Es liegt immer an den Schuhen, sportlich muss sie tragen, nur so geht das wieder weg.&#8221;</p>
<p>&#8220;Sie hat das ganze Bad in blau und gr&#252;n, da passt dieser Glasfrosch richtig gut rein, und das Bad ist wirklich gro&#223;, naja, jetzt kommt noch die Waschmaschine mit Trockner, die steht dann gleich links, wenn man reinkommt, aber es ist dann immer noch..&#8221;</p>
<p>&#8220;Trockner machen alles kaputt.&#8221;</p>
<p>&#8220;Ein Fenster w&#228;re nat&#252;rlich schon sch&#246;n gewesen, ich finde ja Tageslichtb&#228;der besser, und ein Fenster zu haben, ist nat&#252;rlich schon angenehmer.&#8221;</p>
<p>&#8220;Man kann ja die T&#252;r aufmachen, sonst kann man nix machen.&#8221;</p>
<p>&#8220;Mutti, Du kannst den Kuchen doch hier nicht essen. Die haben hier auch Kuchen.&#8221;</p>
<p>&#8220;Nat&#252;rlich kann ich den Kuchen essen, warum soll ich den nicht essen? Aber zu wenig Butter drin und zu viel Mehl. Backen k&#246;nnen die alle nicht.&#8221;</p>
<p>&#8220;Mutti, ich bestell Dir jetzt ein St&#252;ck Kuchen.&#8221;</p>
<p>&#8220;Ach was, der ist auch nicht besser.&#8221;</p>
<p>&#8220;Dann nehm ich noch ein Bier.&#8221;</p>
<p>&#8220;Die Sonne ist jetzt weg, hab ich ja gewusst.&#8221;</p>
<p>&#8220;Nimmst Du noch ein Glas Wasser?&#8221;</p>
<p>&#8220;Jetzt ist sie weg. Ich ess den Rest zu Hause. Keiner kann mehr anst&#228;ndig backen.&#8221;</p>
<p>&#8220;Mutti, hier ist dein Wasser.&#8221;</p>
<p>&#8221; Ich wollte kein Wasser.&#8221;</p>
<p>&#8220;Jetzt isses aber da.&#8221;</p>
<p>&#8220;Keiner kann sich was merken, heutzutage.&#8221;</p>
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		<title>Konfliktreisen.de</title>
		<link>http://www.liquidpress.de/2008/07/02/konfliktreisende/</link>
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		<pubDate>Wed, 02 Jul 2008 10:47:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heike Julia Klein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ach, wirklich?]]></category>

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		<description><![CDATA[Urlaubszeit. Es gibt ja Leute, die schon seit Monaten braungebrannt herumlaufen, eigentlich brauchen die gar keinen Urlaub mehr, so wie sie aussehen. Es ist nicht gerecht: Wer keinen Garten mit Pool hat, muss am Wochenende rausfahren ans Wasser und einen Parkplatz finden. Der vorprogrammierte Stress kann einen von solchen Unternehmungen abhalten, und man bleibt dann [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Urlaubszeit. Es gibt ja Leute, die schon seit Monaten braungebrannt herumlaufen, eigentlich brauchen die gar keinen Urlaub mehr, so wie sie aussehen. Es ist nicht gerecht: Wer keinen Garten mit Pool hat, muss am Wochenende rausfahren ans Wasser und einen Parkplatz finden. Der vorprogrammierte Stress kann einen von solchen Unternehmungen abhalten, und man bleibt dann eben blass bis zum Urlaub. Manche machen ja oft Kurzurlaube, Wellnesswochenenden mit Ayurveda, Thalasso, niedrig&shy;kalorischen, sch&#246;n arrangierten Buffets und Bewegungs­motivations­coach. Diese Leute m&#252;ssen sich ja das ganze Jahr wohlf&#252;hlen.</p>
<p>Irgendwann wird denen das aber auch mal zu viel, und sie brauchen einen Ausgleich. Was sollen eigentlich Leute machen, die keine Wellness haben wollen im Urlaub? Die mal ein bisschen Stress brauchen zur Abwechslung, weil sie schon bis zur Langeweile weichgesp&#252;lt sind? Die etwas Reibung, Widerstand und Zoff brauchen? Diese Leute haben es schwer, ein geeignetes Urlaubsziel mit Gleichgesinnten zu finden.</p>
<p>Es ist n&#228;mlich nicht so, dass man im Internet wirklich alles findet. Es gibt Bed&#252;rfnislagen, die einfach noch nicht entdeckt wurden. Wer wegfahren will, um sich mal nicht zu am&#252;sieren, sondern um Sand ins Getriebe gestreut zu bekommen, wer sich nicht entspannen will, sondern sich, im Gegenteil, nichts mehr w&#252;nscht, als dass es mal richtig knirscht und kracht, der hat es wirklich schwer, ad&#228;quate Ziele zu finden. Nat&#252;rlich gibt es Aktivreisen, bei denen man seine Kr&#228;fte ausreizen kann, aber auch die haben immer wieder &#252;berfl&#252;ssige Erholungstage dazwischen, die &#252;berstanden werden m&#252;ssen. Oder Kreativurlaube: Alle malen oder t&#246;pfern unter Anleitung einer sanften Person friedlich vor sich hin, und sind mit jedem Tag &#252;berzeugter, dass sie es k&#246;nnen. In jedem Menschen schlummert ein K&#252;nstler, und der wird behutsam geweckt. Das Essen ist biologisch und schwer verdaulich. Die Nettigkeit geht so weit, dass man sich vor den Mahlzeiten an der Hand nimmt und W&#252;nsche ausspricht, in denen sch&#246;ne Dinge vorkommen. Nach dem Essen r&#228;umen alle eifrig den Tisch ab, um ihren Gemeinschaftssinn zu beweisen. Und das, obwohl man daf&#252;r bezahlt hat, bedient zu werden. Aber wer will das schon? Die Zimmer werden aufger&#228;umt, aber trotzdem macht jeder ordentlich sein Bett, weil man ja niemandem M&#252;he machen m&#246;chte. Es gibt kein lautes und schon gar kein b&#246;ses Wort, alle sind freundlich, und man erz&#228;hlt sich sein Leben. Auch das ist also nichts f&#252;r Leute, die mal etwas Abwechslung brauchen.</p>
<p>Aber es gibt einen Silberstreifen am Horizont. Die Marktl&#252;cke wird allm&#228;hlich erkannt. Es gibt neue Reiseunternehmen, die sich des Themas annehmen. Zun&#228;chst einmal besch&#228;ftigt man sich damit, wie eine wirklich st&#246;rungsreiche Anreise organisiert werden kann, bei der nicht alles so penetrant glatt l&#228;uft. Das ist im Zeitalter von GPS schwierig geworden, deshalb ist die Anreise mit dem eigenen PKW untersagt. Die lassen sich schon was einfallen. Gebiete mit hoher Schlechtwetterwahrscheinlichkeit werden sorgf&#228;ltig gepr&#252;ft. Man sucht karge Unterk&#252;nfte in gew&#246;hnungsbed&#252;rftigen, langweiligen Gegenden f&#252;r entsprechende Seminare. Es soll Gegenden in Osteuropa geben, wo man leichter f&#252;ndig wird als anderswo. Das Themenspektrum reicht von &#8220;Gekonnt streiten&#8221; bis &#8220;Schlaflosigkeit ist lernbar&#8221;. Das Essen wird selbst gekocht, und zwar m&#252;ssen alle mitmachen. Der n&#228;chste Supermarkt ist weit weg und schlecht sortiert. Keine Sp&#252;lmaschinen.</p>
<p>Da ist Potential drin, das ist ausbauf&#228;hig. Auch &#252;ber Namen denkt man schon nach. &#8220;Konfliktreisen.de&#8221; wurde k&#252;rzlich von einer kleinen Jury f&#252;r gut befunden.</p>
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		<title>Gest&#228;ndnis</title>
		<link>http://www.liquidpress.de/2008/06/19/gestaendnis/</link>
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		<pubDate>Thu, 19 Jun 2008 20:55:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Konstantin Klein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ach, wirklich?]]></category>

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		<description><![CDATA[OK, OK, ich gebe es zu. Auch ich gucke Fu&#223;ball. Zufrieden?
Ist immer so eine zweischneidige Sache, so ein Fu&#223;ballspiel. Einerseits kann ich einem guten Spiel durchaus etwas abgewinnen (obwohl ich zu der kleinen Minderheit InDULa geh&#246;re, die auch mit einem Football-Spiel etwas anfangen k&#246;nnen), die sich an eleganten Spielz&#252;gen oder auch der puren Kraft eines [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>OK, OK, ich gebe es zu. Auch ich gucke Fu&#223;ball. Zufrieden?</p>
<p>Ist immer so eine zweischneidige Sache, so ein Fu&#223;ballspiel. Einerseits kann ich einem guten Spiel durchaus etwas abgewinnen (obwohl ich zu der kleinen Minderheit InDULa geh&#246;re, die auch mit einem Football-Spiel etwas anfangen k&#246;nnen), die sich an eleganten Spielz&#252;gen oder auch der puren Kraft eines Torschusses aus gro&#223;er Distanz freuen k&#246;nnen. Andererseits geht mir das Ged&#246;ns drumherum ein wenig auf den Keks, angefangen beim Gegr&#246;hle in Nachbars Garten bis hin zu Schlandfahnen und Feuerwerksgeballer in einem Vorrundenspiel (hat mir auch nach dem gewonnenen Viertelfinale nicht so ganz eingeleuchtet).</p>
<p>Und doch erinnere ich mich, im Stadion selbst herumge-ola-t zu haben, gejubelt und gegrunzt und was nicht alles, Massenhysterie hin, Gemeinschaftserlebnis her.</p>
<p>Zweischneidig eben.</p>
<p>Daf&#252;r haben wir morgen im B&#252;ro wieder was, um den Tag gespr&#228;chsweise anzufangen. Distribuierte Gemeinschaft, jeder vor seiner Breitbildglotze. Zirkusspiele der Moderne, zum Gl&#252;ck (meist) unblutig. I werd narrisch.  <!-- technorati tags begin -->
<p style="font-size:10px;text-align:right;">Tags: <a href="http://technorati.com/tag/Fu%C3%9Fball" rel="tag">Fu&#223;ball</a>, <a href="http://technorati.com/tag/Sport" rel="tag">Sport</a>, <a href="http://technorati.com/tag/%20EM08" rel="tag"> EM08</a></p>
<p><!-- technorati tags end --></p>
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		<title>999.999. Besucher</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Apr 2008 12:45:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heike Julia Klein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ach, wirklich?]]></category>

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		<description><![CDATA[Sie sind der 999.999. Besucher und haben gewonnen!
Ignorieren, nicht anklicken, alles Quatsch, die wollen einen nur &#252;ber den, klar. Gestern wollte ich wissen, was passiert, wenn ich es doch mal anklicke. Name, Adresse, Telefonnummer, E-mail, alles soll ich angeben. Klar, wie soll ich auch sonst an meinen Gewinn kommen. Z&#246;gern wegen der zuk&#252;nftigen Werbeattacken, aber [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sie sind der 999.999. Besucher und haben gewonnen!</p>
<p>Ignorieren, nicht anklicken, alles Quatsch, die wollen einen nur &#252;ber den, klar. Gestern wollte ich wissen, was passiert, wenn ich es doch mal anklicke. Name, Adresse, Telefonnummer, E-mail, alles soll ich angeben. Klar, wie soll ich auch sonst an meinen Gewinn kommen. Z&#246;gern wegen der zuk&#252;nftigen Werbeattacken, aber andererseits, gut, also, alles hinschreiben, wird schon nicht so schlimm werden. Da kommen schon die ersten Danksagungen, diese Leute sind wirklich freundlich.</p>
<p>Nach etwa 2 Minuten schreibt mir Yvonne: Sie bedankt sich ganz herzlich und fordert zu weiterem Klicken auf, damit ich an meinen Gewinn komme. Unterwegs k&#246;nnte ich verschiedene Clubmitgliedschaften umsonst bekommen. Alles ist schon mal mit den richtigen H&#228;kchen versehen, damit ich nicht so viel Arbeit habe. Ich brauche dann nur noch unten den gro&#223;en Button zu dr&#252;cken und schon habe ich weitere Gewinnchancen bis hin zu einem Audi, und nicht mal so ein kleiner. Aber wir haben ja schon ein Auto und w&#252;rden auch keinen Audi fahren wollen. Obwohl die ja gut sein sollen, technisch.</p>
<p>Und dann ist es so weit: Ich habe eine Nilkreuzfahrt f&#252;r zwei Personen auf einem F&#252;nf-Sterne-Schiff gewonnen. Sonne, Wasser, Liegest&#252;hle auf Deck tauchen vor meinem inneren Auge auf. Vielleicht ein kleiner Pool auf dem Deck. &#196;gyptisches Essen, sicher auch sehr lecker. Pyramiden, Pharaonen, Sphinx, Mumien, diese ganze zauberhafte Welt habe ich gewonnen. F&#252;r eine Woche. Ich bin beeindruckt. Nun das Kleingedruckte lesen, muss man ja immer, sonst wird man &#252;ber den Tisch und so weiter, aber man sollte auch nicht zu kleinlich sein mit diesen Dingen.</p>
<p>Aha, die Anreise ist nicht dabei. Excl. An- und Abreise, steht da. Na ja, klar, aber was soll&#8217;s, es gibt ja Billigfl&#252;ge und &#252;berhaupt. Man kann den Flug auch gleich bei der freundlichen Gesellschaft buchen, sollte man sogar, knapp vierhundert pro Nase hin und zur&#252;ck , das geht doch eigentlich, da kann man nicht meckern und man muss dann nicht ewig nach Billigfl&#252;gen, und weil, also wegen der Termine, die dann wahrscheinlich nicht zusammenpassen und so. Den Transfer zum Flughafen bieten die auch gleich preisg&#252;nstig an, ist ja auch besser als mit dem Auto, das steht dann da ewig im Parkhaus und man zahlt ein Verm&#246;gen. Und die F&#252;nf -Sterne-Kabine und das Essen, ich meine, das kostet doch schlie&#223;lich auch, und das habe ich nun aber gewonnen! Achthundert zu zweit f&#252;r eine Woche, na ja, aber eben diese ganze Schiffahrt und alles umsonst. Da steht noch was &#252;ber das Ausflugsprogramm. Klar, Pyramiden, Tal der K&#246;nige und so weiter. Was ist das denn: das kostet pro Person nochmal einhundertsechzig Euro extra. Kopfrechnen, also achthundert f&#252;r den Flug, dann noch dreihundertzwanzig f&#252;r die Ausfl&#252;ge, macht also elfhundertzwanzig. Und den Transfer, aber das war eigentlich nicht wirklich viel. Dann kauft man noch dies und das, wenn man schon mal unterwegs ist, also so f&#252;nfzehnhundert Euro w&#252;rde uns die Woche kosten. Zu zweit aber. Wenn man alles zusammenrechnet, ja, also eigentlich ist es so viel ja auch wieder nicht. Zu Hause braucht man ja auch Geld, schlie&#223;lich, wenn auch nicht, aber.</p>
<p>Ich habe zum ersten Mal in meinem Leben eine Reise gewonnen. Und das ist ein sch&#246;nes Gef&#252;hl, das ich mir nicht vermiesen lassen werde.</p>
<p>Yvonne hat schon wieder drei E-mails geschrieben. In einer Viertelstunde. Die meinen es wirklich gut mit mir.</p>
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		<title>gedankenlos</title>
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		<pubDate>Mon, 31 Mar 2008 22:15:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heike Julia Klein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ach, wirklich?]]></category>

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		<description><![CDATA[ ich biss in den apfel und las die schlagzeilen
heute wollte ich mir keine gedanken machen
ein tag an dem man nur festh&#228;ngt zwischen zwei anderen
im laden endlich umwelt wahrgenommen
erstaunliche hausfrauens&#228;tze
berechnung der preise
keinem fiel etwas auf
nichts geschah
auf dem heimweg a&#223; ich gierig aus der t&#252;te
und hastete fl&#252;chtig gr&#252;&#223;end die treppe hinauf
als h&#228;tte ich unaufschiebbare dinge im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> ich biss in den apfel und las die schlagzeilen</p>
<p>heute wollte ich mir keine gedanken machen</p>
<p>ein tag an dem man nur festh&#228;ngt zwischen zwei anderen</p>
<p>im laden endlich umwelt wahrgenommen</p>
<p>erstaunliche hausfrauens&#228;tze</p>
<p>berechnung der preise</p>
<p>keinem fiel etwas auf</p>
<p>nichts geschah</p>
<p>auf dem heimweg a&#223; ich gierig aus der t&#252;te</p>
<p>und hastete fl&#252;chtig gr&#252;&#223;end die treppe hinauf</p>
<p>als h&#228;tte ich unaufschiebbare dinge im kopf.</p>
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		<item>
		<title>Aktionismus kommt von Aktion</title>
		<link>http://www.liquidpress.de/2007/07/19/aktionismus-kommt-von-aktion/</link>
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		<pubDate>Thu, 19 Jul 2007 11:20:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heike Julia Klein</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der M&#252;nchner Medizinstudent kommt zur&#252;ck. Ich frage ihn, ob es ihm gefallen habe. Ja, doch, sehr sch&#246;n. Wieso er diese Bilder sch&#246;n finde, frage ich. Ob er auch gelegentlich solche Phantasien habe. Er l&#228;chelt verlegen, denkt nach und meint geschmeichelt, doch, ja, aber er traue sich nicht, sie auszuleben. Das L&#228;cheln gefriert, als er &#252;berlegt, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der M&#252;nchner Medizinstudent kommt zur&#252;ck. Ich frage ihn, ob es ihm gefallen habe. Ja, doch, sehr sch&#246;n. Wieso er diese Bilder sch&#246;n finde, frage ich. Ob er auch gelegentlich solche Phantasien habe. Er l&#228;chelt verlegen, denkt nach und meint geschmeichelt, doch, ja, aber er traue sich nicht, sie auszuleben. Das L&#228;cheln gefriert, als er &#252;berlegt, ob er sich angesichts solcher Fragen eigentlich geschmeichelt f&#252;hlen soll. Immerhin scheine ich ihm grunds&#228;tzlich etwas zuzutrauen. Er l&#228;chelt doch wieder. Was machen die Aktionisten? Der Medizinstudent nimmt an, dass Aktionismus von Aktion kommt, also von Handeln. Oder? Ich best&#228;tige das, und er l&#228;chelt zufrieden, weil er es auf Anhieb gewusst hat. Die Theologiestudentin aus M&#252;nster findet die Bilder auch sch&#246;n, nein, eher doch gut, nicht sch&#246;n, aber trotz des inhaltlichen Chaos doch irgendwie harmonisch, so von den Farben und der Aufteilung her. Mein Einwand, dass es hier um Grenzerfahrungen gehe und nicht um Harmonie, wird z&#246;gernd aber dankbar aufgenommen und ebenfalls best&#228;tigt. Jedenfalls sei es interessant, wenngleich auch echt hart, krass, so inhaltlich, also echt. Dann geht es um Einwohnerzahlen von M&#252;nchen und M&#252;nster und unsichtbares soziales Elend. Dazu trinkt man noch einen Latte macchiato.</p>
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		<title>Der Zauber des letzten Sommers</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Jul 2007 08:50:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Konstantin Klein</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der innere Countdown zum Beginn des Jahresurlaubs l&#228;uft. Als professional, also als Berufst&#228;tiger, der sich einbildet, zu wissen, was er tut, verheimlicht man solch sch&#252;lerhaftes Verhalten ja gerne, auch vor sich selbst; dennoch z&#228;hlt der selbe professional die Tage und schlie&#223;lich die Stunden bis zu dem Moment, der auch mehr als drei&#223;ig Jahre nach dem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der innere Countdown zum Beginn des Jahresurlaubs l&#228;uft. Als <span style="font-style: italic">professional</span>, also als Berufst&#228;tiger, der sich einbildet, zu wissen, was er tut, verheimlicht man solch sch&#252;lerhaftes Verhalten ja gerne, auch vor sich selbst; dennoch z&#228;hlt der selbe <span style="font-style: italic">professional</span> die Tage und schlie&#223;lich die Stunden bis zu dem Moment, der auch mehr als drei&#223;ig Jahre nach dem Abitur noch magisch ist: der Moment, in dem man durch die T&#252;r tritt mit dem Wissen, f&#252;r die n&#228;chsten Wochen nicht zur&#252;ckzum&#252;ssen.</p>
<p>Die sachlichen Gedanken im Hirn (Organisation von Schulungsma&#223;nahmen, Inventur, Software-Test, die n&#228;chste Dienstreise etc.) werden zunehmend verdr&#228;ngt von dem vorgestellten Gef&#252;hl von seidiger Sommerabendluft, dem vorgestellten Rauschen von Segelbooten im K&#252;stenwind, der vorgestellten und fast schon wieder k&#246;rperlich sp&#252;rbaren Ruhe eines verzauberten Ortes. Sogar der Erholungseffekt vom letzten Sommer stellt sich &#8211; nur aufgrund der Erinnerung &#8211; zaghaft wieder ein.</p>
<p>Und man verdr&#228;ngt kleine, angstvolle Gedanken: Was, wenn das Wetter diesmal nicht so <span style="font-style: italic">picture perfect</span> ist wie beim letzten Mal? Was, wenn der Charme des kleinen H&#228;uschens mit nahegelegenem Plumpsklo doch nachgelassen hat? Was, wenn die unendliche Ruhe des verzauberten Ortes beim zweiten Mal ein wenig Ungeduld hervorruft (&#8221;wann passiert denn hier endlich was?&#8221;)?</p>
<p>Nein, solche Gedanken verdr&#228;ngen wir. Und freuen uns fast schon kindlich auf den Urlaub. Was bleibt uns auch anderes &#252;brig?</p>
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		<title>Zahnarztbesuch</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Jul 2007 22:45:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heike Julia Klein</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Fahren ohne nachzudenken. Asphalt. Baumgr&#252;n. Rapsgelb. Das Ziel ist undeutlich. Nerv&#246;ses Unterwegssein. Einfach weiterfahren, denke ich, der Fu&#223; liegt schwer auf dem Pedal.
In der Rastst&#228;tte &#252;ben zwei junge Frauen mit Sonnenbrillen f&#252;r den bevorstehenden Urlaub.
Angestrengte Kleinfamilien fingern Fast-Food aus Pappkartons. Ihre Kleider leuchten wie Waschmittelreklame auf winterwei&#223;er Haut. Den Kindern wird der Mund abgewischt, noch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Fahren ohne nachzudenken. Asphalt. Baumgr&#252;n. Rapsgelb. Das Ziel ist undeutlich. Nerv&#246;ses Unterwegssein. Einfach weiterfahren, denke ich, der Fu&#223; liegt schwer auf dem Pedal.</p>
<p>In der Rastst&#228;tte &#252;ben zwei junge Frauen mit Sonnenbrillen f&#252;r den bevorstehenden Urlaub.</p>
<p>Angestrengte Kleinfamilien fingern Fast-Food aus Pappkartons. Ihre Kleider leuchten wie Waschmittelreklame auf winterwei&#223;er Haut. Den Kindern wird der Mund abgewischt, noch bevor sie herunterschlucken k&#246;nnen. Starre kurze Blicke zwischen den Eltern. Trotzig wird die Resignation mit Cola Light weggesp&#252;lt. Genervte Familienv&#228;ter gehen schon mal voraus, mit wiegendem Gang zum Auto, schl&#252;sselbundklimpernde M&#228;nner mit eingefrorenen Gesichtern. Frauen zerren verschmierte Kinder hinter sich her. Wir sind im Westen des Landes. Wir kommen zur&#252;ck, mein Kind und ich.</p>
<p>Die Stadt empf&#228;ngt uns in ihrer &#252;blichen Gl&#228;tte. Eine saubere gr&#252;ne Stadt in der Abendsonne. Das Kind und ich betreten ein Cafe, das man wieder dem Zeitgeschmack angepasst hat. Durchdachter Br&#246;ckelputz, aufwendig arrangiert. Ein alter Freund kommt durch die T&#252;r, der vorgestern noch in Asien gewesen sein muss. Er verh&#228;lt sich, als s&#228;&#223;e man jede Woche zuf&#228;llig irgendwo zusammen. &#220;berraschungen gibt es nicht.</p>
<p>Mein Kind und ich besuchen den Gro&#223;vater. Seine Frau ist verreist, es gibt hei&#223;e Wurst aus Dosen, mit Senf. Praktisch und gut. Die Sonne geht unter. Mit dem Vater spreche ich ohne Interesse &#252;ber Politik. Ich h&#246;re nicht zu. Er merkt es nicht. Mein Kind schl&#228;ft. Ich lege mich zu ihm und schlafe besser als sonst.</p>
<p>Am n&#228;chsten Tag trage ich das Lederkleid. In diesem Kleid kann ich mich beliebig verhalten. Die Schminke verbirgt mich.</p>
<p>So k&#246;nnte ein neues Leben beginnen.  Stattdessen gehe ich erst mal zum Zahnarzt.</p>
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